Langsam(er) wachsende Hühnerrassen: Tierwohl-Rassen bringen Zielkonflikte mit sich

31.03.2025

Masthuhnrassen werden speziell darauf gezüchtet, schnell und effizient Fleisch anzusetzen. Mittlerweile wird unter anderem verstärkt Fokus auf die Fitness gelegt. Somit spielen langsam(er) wachsende Rassen eine immer wichtigere Rolle. Welche Herausforderungen diese Rassen mit sich bringen können, erklärt der Verein Land schafft Leben.

Seit den 1950er-Jahren werden spezielle Masthuhnrassen gezüchtet. Im Gegensatz zu Legerassen setzen sie schneller und mehr Fleisch an. Seit einiger Zeit rückt der Fokus allerdings weg von hohen Tageszunahmen und hin zu langsamerem Wachstum zugunsten des Tierwohls. Hannes Royer, Gründer des Vereins Land schafft Leben, erklärt, warum es dabei zu Zielkonflikten kommen kann:

„Fleisch von langsamer wachsenden Rassen wird immer gefragter. Das zeigt, dass Menschen bereit sind, für mehr Tierwohl einen entsprechenden Preis zu bezahlen. Die österreichische Geflügelbranche hat sich in den letzten Jahren in Sachen Tierwohl kontinuierlich weiterentwickelt, beispielsweise durch strengere Haltungsbedingungen. Langsamer wachsende Rassen sind ein weiterer wichtiger Schritt. Was dem Tier guttut, ist aber nicht automatisch gut für das Klima. Diese Zielkonflikte müssen wir uns als Gesellschaft bewusst machen, denn sie werden uns in Zukunft sehr intensiv beschäftigen.“

Beim Hühnerfleisch-Einkauf kann zwischen verschiedenen Optionen gewählt werden. Je nachdem, für welches Hühnerfleisch sich Konsumentinnen und Konsumenten entscheiden, unterstützen sie die jeweilige Produktionsform beziehungsweise Rasse.

Klassische konventionelle Rassen

Am gängigsten in Österreich sind konventionelle Rassen wie „Ross 308“.  Pro Tag nehmen sie etwa 60 bis 70 Gramm zu und erreichen somit bereits nach rund einem Monat ihr Schlachtgewicht – und das mit einem vergleichsweise niedrigen Futterbedarf. Dadurch ergibt sich ein großer Vorteil aus ressourcen- und klimatechnischer Sicht: Der Flächenverbrauch, sprich Stall- und Futterfläche, ist gering. Häufig kritisiert wird allerdings, dass sich das schnelle Wachstum der Hühner negativ auf die Tiergesundheit und das Tierwohl auswirken kann.

Langsam(er) wachsende Rassen

Ab wann eine Rasse als langsamer wachsend bezeichnet werden kann, ist derzeit nicht eindeutig definiert. In der biologischen Hühnerfleisch-Produktion werden sogenannte „langsam wachsende Rassen“ eingesetzt, die in Österreich maximal 40 Gramm pro Tag zunehmen dürfen. Es gibt außerdem noch Masthuhnrassen, die mit ihrer Tageszunahme zwischen den Bio- und den Standard-Rassen liegen. Diese vitaleren, langsamer wachsenden Rassen werden vor allem im Tierwohl-Segment eingesetzt. Diese und die Bio-Rassen brauchen deutlich länger als die konventionellen Rassen, bis sie ihr Schlachtgewicht erreicht haben. Dadurch leben die Hühner nicht nur länger, sondern sind auch aktiver und fitter. Der verstärkte Tierwohl-Faktor macht sich allerdings im Preis und beim Klima bemerkbar. Die längere Lebensdauer und der steigende Futterbedarf sorgen für einen höheren Flächen- und Ressourcenverbrauch. Dadurch wird nicht nur Preis des Hühnerfleisches höher, sondern auch sein CO2-Fußabdruck größer.

 

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